Gutachterausschuss des Landratsamts

Wie bereits angekündigt habe ich den Gutachterausschuss des Landratsamts Landsberg um eine weiteres Gutachten gebeten.

Das Gutachten wird dabei von einem von der Industrie- und Handelskammer öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständiger für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken erstellt und von zwei weiteren Mitarbeitern des Landratsamts bestätigt bzw. unterschrieben.

Der Gutachter benötigt dazu aller Unterlagen zur Immobilie und einen Begehungstermin um sich einen Eindruck vom aktuellen Zustand der Immobilie zu verschaffen. Zur Wertermittlung erhalten die Geschäftsstellen der Gutachterausschüsse Kopien aller in ihrem Zuständigkeitsbereich abgeschlossenen Immobilienkaufverträge von den Notaren übersandt.

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Beratungstermin beim RA für Erb- und Schenkungsrecht

(30.10.17)

Neben der finanzielle Einschränkung, die mein Kinder in den nächsten Jahren erbringen müssen ist das schlimmere für mich die fehlende Akzeptanz der Ungleichbehandlung. Wenn meine Eltern sagen würden, wir konnten dir nur einen Bruchteil geben, weil …, könnte ich das Geschehene vielleicht mit der Zeit verarbeiten. Aber die Behauptung, beide Kinder (K1 und K2) hätten annähernd gleich viel bekommen macht das Geschehene nur schwer verdaubar.

Um so mehr freute es mich, dass sich meine Eltern bereit erklärten am 30.10.17 an einem gemeinsamen Gespräch bei Becker und Partner (Rechtsanwaltskanzlei) teilzunehmen. Ziel war nicht, einen Verstoß gegen Treu und Glauben zu diskutieren, ich möchte hier klar stellen, dass meine Eltern mit Ihrem Geld machen können, was Sie wollen. Auf diese Aussage legt ja K2 höchsten Wert. Ich möchte ergänzen, sie sollten dabei auch wissen, was sie tun.

Im Kern ging es bei dem Gespräch um die zentrale Aussage des Gutachtens von RA Schnarr „Zusammengefasst dürfen wir Ihnen also mitteilen, dass Ihre Tochter unter rechtlichen Gesichtspunkten in deutlich größerem Umfang begünstigt worden ist als Ihr Sohn“. Gemäß seiner Berechnung, basierend auf dem Gutachten des Geschäftspartners und Bekannten meiner Schwester, beträgt die Schenkung an mich maximal 165 T€. Der tatsächliche Wert ist nochmal deutlich niedriger. Mein Wunsch war es hier durch eine Beratung / Mediation zumindest Verständnis für die Fakten zu schaffen.

Der Anwalt ging mehrfach auf die Argumente meiner Eltern ein. Er versuchte Ihnen klar zu machen, dass auch wenn das Gutachten des Freundes von N. (aus dem Jahr 2016) zu niedrig ist und das Haus  mehr Wert als dort Ausgewiesen wäre (also z.B. 450 oder  500 T€ statt 416 T€). Der Schenkungsbetrag an mich abzüglich Wohnrecht, abzüglich der von mir geleisteten 120 T€ die 200 T€ Grenze nie überschreiten kann. Auch das Thema Schenkung an meine Schwester ohne Notar und ohne Rechtsberatung wurde kritisch hinterfragt.

Mir wurde jedoch schnell klar, dass es meine Mutter als Affront sah das mein Anwalt versuchte ihr zu erzählen, was einen fairen Ausgleich ausmacht. Immerhin wurde sie ja scheinbar in der Vergangenheit gut informiert, was die Aufteilung des Erbes zwischen K1 und K2 angeht. Leider nicht von einem Anwalt.

Herr Schnarr hatte so keine Chance meinen Eltern auch nur ansatzweise zu erklären was die Fakten sind. Sie waren nach wie vor fest der Überzeugung das es eine faire 50:50 Teilungen gab. Meine Mutter wiederholte mehrmals gegenüber Herrn Schnarr, der Marktwert ihres Hauses sei 600-700T€. Damit wäre die Wertminderung durch das Wohnrecht locker abgefedert.

Nach ca. 40 Minuten fing mein Vater plötzlich an zu schreien, ob ich denn kein Verständnis für ihn hätte. Immerhin sei es ihm auch nicht leicht gefallen nach so vielen Jahren die Wohnung zu verkaufen. Schließlich hat er jetzt ja kein Geld und keine Mieteinnahme mehr. Ich war in diesem Moment so perplex, das ich gar nicht wusste wie ich reagieren soll. Wie innerlich zerrissen mein Vater tatsächlich die ganze Zeit war, erkannte ich erst, als er ca. zwei Monate später einen Herzinfarkt erlitt.

Wir haben dann nach 45 ergebnislosen Minuten das Gespräch und den Kontakt abgebrochen.

Herr Schnarr empfahl, da laut meiner Mutter scheinbar alle bisherigen Gutachten falsch waren, den Gutachterausschuss des Landratsamtes Landsberg einzuschalten. Also im Prinzip genau dass, um das ich meine Schwester schon vor einem Jahr gebeten habe. Ich werde das auch tun, um in einem weiteren aktuellen neutralen Gutachten die Höhe des Schenkungsbetrages an mich bestimmen zu lassen. Zumindest ich selbst habe dann abschließende Gewissheit.

Letztlich ist es Spekulation warum dem so war, aber bei mir Entstand der Eindruck, dass meine Eltern weder meinen Argumenten noch den Argumenten eines Fachanwalts für Erbrecht zugänglich waren.

Das ganz in Kürze

  • Das Gespräch brachte keine gemeinsame Sichtweise
  • Mein Vater beschwert sich, dass sein Geld weg ist und er keine Mieteinnahmen mehr hat
  • Zwei Monate später erleidete er einen Herzinfarkt
  • Ich tilge jeden Monat 500 €

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