Warum ändert sich nichts?

Es ist nun schon einige Zeit her, dass meine Familie in ihr Unglück stürzte, da wollte ich mich mit einer kleinen Rückschau zu Wort melden.

Es gab mittlerweile viele Gespräche und Gutachten.

Es wurden mittlerweile drei Gutachten erstellt. Alle drei kamen zu dem Schluss, dass je nach Berechnung meine Schwester 160.000 bis 240.000 Euro mehr erhalten hat als ich. Es gab mehrere Gespräche mit Anwälten, Immobilienmaklern und Freunden. Alle sind der Meinung, dass etwas komplett schief gegangen ist. Die Aussagen werde ich in einem späteren Blogeintrag veröffentlichen.

Nun könnte man meinen, wenn die Fakten so klar auf dem Tisch liegen, kann es endlich zu einer Aussprache kommen. Aber irgendwie geht es nicht weiter…

Die Sache mit meinem Vater

Durch ein Gespräch mit dem besten Freund meines Vaters hat sich das Verhältnis zwischen uns beiden normalisiert. Er hat, mir glaubhaft geschildert, in welchen Druck mein Vater durch mein Schwester und meine Mutter gerät, sobald er versucht für Gerechigkeit und Fairness zu kämpfen. Mein Vater ist 74 und bekam, kurz nachdem er das Ausmaß der Schenkung erkannte und von der Affäre meiner Mutter erfuhr, einen Herzinfarkt. Darum versuche ich ihn von der Geschichte fern zu halten.

Die Sache mit meiner Mutter

Meine Mutter erzählt meist, es wäre alle fair abgelaufen und jedes Kind hat wie besprochen gleich viel bekommen. Wenn man sie auf die Gutachten hinweist, ändert sie ihre Argumentation und behauptet, ich wäre mit allem einverstanden gewesen. Was beides nichts mit der Realität zu tun hat (Im Blogeintrag wie alles begann inklusive Beweise nachzulesen).

Ich habe mittlerweile viel im Freundes- und Verwandschaftskreis meiner Mutter gesprochen. Alle finden unfassbar was ablief und spiegeln auch meiner Mutter wieder, wie ungerecht das Erbe aufgeteilt wurde. Die Frage ist, warum glaubt meine Mutter ihren besten Freunden nicht, warum glaubt Sie ihrer Schwester nicht, warum glaubt Sie den drei Gutachtern nicht, warum glaubt sie ihrem Sohn nicht? Nun muss ich etwas spekulieren, aber es muss neben meiner Schwester noch eine weitere Person zu geben, die verhindert, dass es zu einer Annäherung kommt. Diese Person bestärkt meine Mutter in der Lügenwelt meiner Schwester zu bleiben. Ich bin mir sicher, diese Person kann nur ihr Liebhaber sein.

Die Sache mit dem Liebhaber meiner Mutter

Ich habe ihn leider nur einmal bisher getroffen – und das auch nur per Zufall, da Herr Roth mich zunächst nicht in seine Wohnung zu einer Aussprache lassen wollte. Ein Nachbar hat mich dann in das Mehrfamilienhaus gelassen. Als ich dann bittend vor seiner Wohnungstür stand, hat er mich doch reingelassen. Ein augenscheinlich sehr netter Mensch, der aber auch nicht so genau versteht was es mit einem lebenslangen Wohnrecht auf sich hat, und was der Unterschied zwischen einer Immobilie mit und einer Immobilie ohne Wohnrecht ist. Bei dem Gespräch kam auch heraus, dass er von meiner Schwester getäuscht wurde, er ging als er meiner Mutter und Schwester die 100.000 Euro heimlich lieh, davon aus, dass ich mit der Schenkung einverstanden war. Er sagte, er wollte mit seinem „Überbrückungskredit“ nur helfen. Jedenfalls hatte ich ihn bei meinem Besuch gebeten sich die Gutachten anzusehen und sich ein eigenes Bild zu machen. Mittlerweile weiß ich auch, dass er ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Schwester pflegt. Ich gehe davon aus, dass er nach wie vor meine Mutter darin bestärkt, dass alles fair und korrekt ablief und damit als einziger die Schenkung an meine Schwester bei meiner Mutter verteidigt.

Die Sache mit meiner Schwester

Die lasse ich hier außen vor. Sie hat mit 45 Jahren ausgesorgt. Abbezahltes Haus für 550.000 Euro. Unterhalt von zwei extrem gut verdienenden Kindsvätern. Der eine ist vermutlich Millionärserbe (Betrieb in Landsberg).

Die Sache mit mir selbst

Ich selbst – Das Emotionale

Ich bin vollig ratlos, wie es zwischen mir und meiner Mutter weitergehen soll. Ihr Liebhaber und meine Schwester bestärken Sie weiterhin an den Lügen festzuhalten. Soll ich die Lügen akzeptieren und sagen, stimmt es war alles fair ich war einverstanden mit allem? Oder soll ich weiter wie es mir der Beste Freund meines Vaters geraten hat den Kontakt zu meiner Mutter abbrechen?

Ich selbst – Das Faktische

Ich zahle nach wie vor den Kredit (120.000 Euro) für den Hauskauf meiner Schwester ab und wohne in Miete und werde mir deshalb nie ein Eigenheim für mich und meine Kinder leisten können. Im schlimmsten Fall muss ich auch noch für die Pflegekosten meiner Mutter aufkommen, die ihre Altersvorsorge an ihre Tochter verschenkt hat.

Das Ergebnis aus dem Vermittlungsversuch des Fachmaklers für Erbschaftsimmobilien

Nach dem 18.01.19 fanden noch diverse Gespräche statt. Auch meine Schwester wurde einbezogen. Am 28.02.19 erhielt ich dann ohne Vorwarnung (Telefonat, Rückfrage oder ähnliches) folgenden Brief von dem Fachmakler für Erbschaftsimmobilien.

Was ich nicht verstehe, warum diese Mail an meine Schwester und mich adressiert war, aber nicht an meine Eltern. Für mich war wieder erschreckend zu erkennen, wie nachdem meine Schwester involviert wurde, alle Vorgespräche nichts mehr Wert waren und jeglicher Einigungswille im Klo heruntergespült wurde.

Meine Freunde sagen das wäre klar. Es gibt nur eine Person die massiv von dem Streit zwischen mir und meinen Eltern profitiert, und diese Person hat scheinbar keinerlei Interesse an einer Versöhnung.

Der erneute Versuch meines Vaters etwas Fairness herzustellen.

Zum Jahreswechsel 2018/2019 gab ich mich mit dem besten Freund meines Vaters und meiner Tante (die Schwester meiner Mutter) unterhalten. Sie konnten sich nicht erklären, wie es zu so einer unfairen Aufteilung kommen konnte. Insbesondere da meine Mutter immer wieder unter Zeugen sagte das Erbe solle 50:50 aufgeteilt werden.

Durch Vermittlung mit meiner Tante kam es dann tatsächlich zu einer vorläufigen Einigung mit meiner Vater, und dem Willen nach einer fairen Lösung zu suchen. Welche wir in einer gemeinsamen Absichtserklärung niedergeschrieben und zu dritt (Tante, Vater und ich) unterschrieben haben.

Mir war es aber wichtig, das wir neben den in der Absichtserklärung identifizierten Lösungsalternativen (die eine Zusätzliche finanzielle Belastung meiner Eltern bedeutet hätten) noch weitere Lösungsalternativen besprechen. Dazu brauchten wir aber professionelle Hilfe.

Meine Vater und ich wollten deshalb eine dritte fachkundige Person einschalten. Ich fragte meinen Vater ob wir meinen Cousin (Immobilienmakler) dazu nehmen sollten. Das fand er keine so gute Idee, da meine Mutter vermuten würde mein Cousin ist parteiisch. Also nahm ich den Immobilienmakler und Fachmakler für Erbrecht dazu, der auch die erste Marktpreisschätzung vom Haus meiner Eltern durchgeführt hat (allerdings ohne Berücksichtigung der Wertminderung durch Wohnrecht).

Gespräch mit Eltern und Fachmakler für Erbrecht am 11.01.19

Meine Mutter sagte zu dem Fachmakler, mein Sohn fühlt sich benachteiligt und sie wollte immer, dass beide Kinder den gleichen Anteil bekommen.

Der Fachmakler stellte daraufhin die Frage in den Raum, ob meine Schwester denn dann bereit sei das zu viel erhaltene Geld (50.000‐80.000 Euro) an mich zurückzuzahlen.

Diese Frage konnte aber keiner bejahen. Der Fachmakler ließ erkennen, dass er über die schlechte Stimmung zwischen den Geschwistern
informiert ist und erläutert, dass ein Verkauf seiner Erfahrung nach meistens zu einer Befriedung der familiären Verhältnisse führt. Der Verkauf schafft Fakten, meist wird dadurch der Streit beigesetzt,
schließlich sind es ja Geschwister.

Während dieses Termins erläuterte der Fachmakler noch verschieden Modell wie so eine Verkauf aussehen könnte. Diese Vorschläger hat der Fachmakler in einem zweiten Termin am 18.01.19 vertieft. Dabei gab es viele interessante Varianten, die ich ggf. in einem eigenen Beitrag aufführen werde.

Mein Vater sagte er sei prinzipiell damit einverstanden, länger als 1-2 Jahr wollte er eh nich mehr in dem Haus bleiben. Wie er schon beim Gespräch bei meiner Tante deutlich gemacht hat, ist ihm nichts so wichtig wie eine faire Lösung. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass meine Schwester das zu viel erhaltene Geld zurückzahlt eher gering. Also blieb um die von meiner Mutter mehrfach gewünschte 50:50 Aufteilung (annähernd) zu erreichen nur der Verkauf.

Das ganz in Kürze

  • Meine Vater will eine faire Lösung (siehe Absichtserklärung)
  • Meine Mutter wollte immer eine 50:50-Aufteilung (siehe Gesprächsprotokoll unten)
  • Der Fachanwalt für Immobilienrecht sagte zu meiner Mutter in diesem (50:50) Fall muss mir meine Schwester 50.000-80.000 Euro zurück zahlen
  • Ich war bereit beim Verkauf auf eine Gleichverteilung zu verzichten, um den Frieden zwischen mir und meiner Mutter wieder herzustellen.
  • Doch nachdem meine Schwester von den Gesprächen erfuhr kam alles anders. Alle Vorschläge wurden abgelehnt. Eine Versöhnung war nicht mehr gewünscht. Details dazu im nächsten Beitrag.

Links

Absichtserklärung von mir und meinem Vater um für etwas Fairness zu sorgen.

Gesprächsprotokoll vom 11.01.19

Das Gutachten des LRA zur Schenkung

Ende März erhielt ich das vollständige Verkehrswertgutachten des Gutachterausschusses des LRA Landsberg. Wertermittlungsstichtag war der 03.01.2018.

Definition des Verkehrswerts (§ 194 BauGB)
„Der Verkehrswert (Marktwert) wird durch den Preis bestimmt, der in
dem Zeitpunkt, auf den sich die Ermittlung bezieht, im gewöhnlichen
Geschäftsverkehr nach den rechtlichen Gegebenheiten und tatsächlichen Eigenschaften, der sonstigen Beschaffenheit und der Lage des Grundstücks oder des sonstigen Gegenstands der Wertermittlung ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse zu erzielen wäre.“


Sachwert (mit Berücksichtigung des Wohnrechts) 243.969 €

Abzüglich der 120T€ die ich als Ausgleichszahlung für meine Schwester geleistet habe bleiben ca. 124 T€ für K1 . Die Kosten, die ich (K1) für Gutachten, Notar und Kredit hatte sind hier natürlich nicht eingerechnet.

D.h. K2 hat den vierfachen Betrag wie K1 enthalten, was vor dem Gesetz einer Enterbung entspricht.

Selbst wenn das Haus sofort an mich fallen würde, bzw. das Wohnrecht außen vor wäre, hat K2 ungefähr doppelt soviel erhalten wie K1.

Das einzig Gute, mein Vater hat bei unserem letzten Treffen endlich, das Wort „Enterbung“ in den Mund genommen. Was für mich bedeutet, dass er jetzt zumindest meine Situation versteht.

Gespräch mit meinem Vater am 15.04.18

Am 15.04.18 war ich nach langer Zeit mal wieder bei meinem Vater. Mich beschäftigten diverse Gefühle bei der Anfahrt. „Was wussten meine Eltern, haben sie mich mit Absicht enterbt, oder waren Sie nur falsch Informiert?“

Meine Vater bekräftigte bei dem Besuch erneut, dass sein Haus mindestens 600T€ Wert sei. Dann sagte mein Vater, Dagmar (eine Bekannte meiner Eltern) hätte für ihr Haus 750 T€ bekommen (das Haus wurde auch 2017 verkauft war allerdings eine deutlich jüngeres Massivhaus mit doppelter Geschossfläche). Bei Nachfragen hörte ich allerdings heraus, dass er die 750T€ nicht von Dagmar hatte (der Betrag stimmt auch nicht).

Ich habe ihn dann nochmal gefragt, ob er es nicht komisch fand, dass K2, welches sich von einem Immobilienmakler beraten lies nicht wusste, dass man das Wohnrecht in die Schenkung einrechnen muss. Er sagte nur anders herum hätte er das Wohnrecht auch nicht eingerechnet, wobei ich das andersrum nicht verstanden habe: K2 hätte mir nie 120T€ gezahlt, zugelassen dass ich zusätzlich noch 230T€ von meinen Eltern geschenkt bekomme und wäre in ihrer Wohnung geblieben. Ich wäre auch nie auf die absurde Idee gekommen etwas derartig ungerechtes zu fordern.

Mein Vater fragte mich daraufhin, was meiner Meinung nach sein Haus Wert sei, daraufhin sagt ich „na das was im Gutachten vom Immobilienmakler von K2 drin steht.“ Dann hätte man aber trotzdem vor der Schenk an K2 zu einem Anwalt oder Notar gehen müssen und der hätte dann noch das Wohnrecht vom Marktwert des Gutachtens abgezogen. Ich bin mir auch sicher, dass der Immobilienmakler von K2 das wusste. Mein Vater entgegnete, er ist sich sicher, dass das Gutachten des Gutacherausschusses des LRA höher ausgefallen ist, als das Gutachten des Immobilienmaklers von K2.

Dann kam die Aussage von meinem Vater, ich hätte K2 einfach unterschätzt, weil es Kohle hatte ohne Ende. Ich wies ihn nochmal draufhin, dass die 120T€ von mir kamen und 230T€ von meinen Eltern.

Bei dieser Gelegenheit fragte ich, warum ich 120T€ zahlen musste – er sagte „Ich weiß nicht wie das gerechnet ist; doch die [er  meinte K2 und meine Mutter] haben den Wert vom Haus und der Wohnung zusammengezählt und durch zwei geteilt oder irgend so einen scheiß“. Das zeigte mir erneut, dass mein Vater nicht die Ursache meiner Enterbung war.

Ich fragte meinen Vater dann, ab welchem Wert ich konkret von einer Enterbung sprechen darf. Er sagt „25%, also wenn ich weniger als 150 oder 200 T€ laut Gutachterausschuss“ bekommen hätte, dann wäre es für ihn eine Enterbung.

Ich zeigte ihm das echte Gutachten des Gutachterausschusses des LRA Landsberg, dann herrschte betroffene Stille.

Das zeigt mir, mein Vater wollte mich nie enterben, er kannte schlicht nicht die Wahrheit.

Ich hoffe mein Vater kann eines Tages das Geschehene und meinen damit verbundenen Schmerz akzeptieren.

Was das mit einem macht

Ich bin das letzte Jahr durch eine emotionale Hölle gegangen. Das Ganze traf mich völlig unvorbereitet. Das Verhältnis zwischen mir und K2 war zwar schon seit längerem schwierig. Aber das Verhältnis zu meinen Eltern war immer ausgezeichnet insbesondere seit unsere Kinder auf der Welt waren. Wir waren mindestens einmal im Monat bei Oma und Opa. Meine Eltern hatten mir auch mehrfach versprochen, dass es beim Testament bzw. beim Erben gerecht zu gehen soll (zuletzt im Winter 2016).  Dann plötzlich die Mail und der Anruf im Urlaub.

Ich kam mir vor wie in einem schlechten Film. Zu jedem Argument dass ich vorbrachte kam ein Gegenargument. Einmal war das Haus der Eltern 100T€ mehr Wert als im Gutachten ein andermal war es 300T€ mehr wert. Es wurden die seltsamsten Rechnungen gemacht die ich bei bestem Willen nicht nachvollziehen konnte. Selbst das Marktwertgutachten (das ein Freund von K2 2016 anfertigte) war plötzlich nicht mehr gültig und hatte nichts mit dem Marktwert zu tun.

Egal was ich (oder der Erbrechtsspezialist Herr RA Schnarr) sagte(n) es drang nicht zu meinen Eltern durch.

Irgendwann fängt man selbst an, an sich zu zweifeln. Schlaflosigkeit, Unruhe und Frustessen waren die Folge. Ich hatte bis Ende 2017 7kg zugenommen. Die Frustrationstoleranz sinkt massiv. Irgendwann merkte ich, dass das sogar meinen Kinder spürten. Ich stellte mir immer wieder die Frage, warum haben meine Eltern das gemacht bzw. machen lassen. Wie konnte es so weit kommen? Meine Mutter verweigert mir auf diese Frage leider jegliche Antwort, dass macht das ganze noch viel schlimmer. Man kann mit dem Thema nur schwer abschließen, wenn jegliches Verständnis für das Warum fehlt.

Zum Jahreswechsel 2017 hatte meinen Vater einer Herzinfarkt mittlerweile wurde operiert und ist auf dem Weg der Besserung.

Man kann die Zeit nicht zurückdrehen, aber ich kann auch nicht akzeptieren, dass meine Geschichte einfach so im Nichts verschwindet, und niemand daraus seine Lehren ziehen kann. Deshalb habe ich mich entschieden, diesen Blog als  Ratgeber und Warnung für Eltern die vor einer ähnlichen Entscheidung stehen zu schreiben.

Mit der Zeit kann man einfach auch die Zusammenhänge selber nicht mehr richtig wiedergeben. Hier bleibt es erhalten und alle Beteiligten haben irgendwann auch selbst die Möglichkeit alles aus meiner Sicht nachzulesen.

Normalerweise werden Kinder enterbt, wenn Sie ihre Eltern massiv enttäuscht haben, bzw. wenn das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern völlig zerrüttet ist. Bei mir war es genau anders herum, dass Verhältnis zwischen mir und meinen Eltern wurde durch die „Schenkung“  an K2 völlig zerrüttet.

Am meisten fürchte ich, dass wenn meine  Eltern in 15 Jahren zurückschauen, Sie sich bestätigt fühlen, dafür dass sie mich enterbt haben, da dass Verhältnis zwischen uns ja durch die Schenkung gestört ist (Self-Fullfilling-Prophecy).

Letztlich bleibt nur der altbekannte Rat keine Schenkung, kein Testament ohne direkte Beratung bzw. ohne Notar durchzuführen. Aber das wussten WIR im Prinzip ja auch schon vorher …

Ich bin überzeugt dann hätte es keine Enterbung gegeben.

Mail von K2 (vom 22.05.17 11:45)

Hallo K1,

das Haus wurde bewertet und Mama hat gesagt, du nimmst das Haus und zahlst mir 120.000 Euro aus und, das das Geld 
sofort verfügbar ist und du mir bei Bedarf überweisen wirst...

Ich brauche eine schriftliche Bestätigung von dir mit 
folgendem Wortlaut:

Ich bestätige hiermit meiner Schwester K2 bzw. Wüstenrot, dass ich den Betrag von € 120.000 zur 
Kaufpreisfinanzierung

von € 480.000 für das Kaufobjekt Einfamilienhaus, 
XXXXX in XXXXX XXXXXXX

auf folgendes Konto

Sparkasse XXXXXXX

IBAN: XXXXX

BIC: XXXXX

meiner XXXXX rechtzeitig überweisen werde.
Anbei ein aktueller Kontoauszug.

(Unterschrift)

Ich brauche das Schreiben dringend, mit einem Kontoauszug 
wo das Geld drauf ist, weil ich die Finanzierung beantragen muss. Das du das noch notariell machen willst ist ja 
verständlich. Aber unsere Eltern haben dir das zugesagt und darauf kannst du vertrauen.

Viele Grüße
K2 

Am 22.05.2017 um 11:20 schrieb K1 <XXXX@gmx.de>:

Hallo liebe Eltern,

Ich hatte für uns im Dezember 2016 einen Termin beim Notar in LL vereinbart. Um uns bzgl. Erbe Haus und Testament zu beraten und insbesondere um den Übertrag des Hauses und die Auszahlung von K2 vorzubereiten. 

Ich habe mehrfach gesagt der Termin ist mit wichtig und wir solle. Ihn gleich machen um sobald K2 etwas gefunden hat schnell reagieren zu können. 
Was habt ihr gemacht?
Mir den Termin eine Woche vorher abgesagt und dann habt ihr mir nicht erlaubt einen neuen zu vereinbaren!!!

Ich bin jetzt in einem seit 6 Monaten geplanten Urlaub und genau das ist eingetreten wovor ich gewarnt habe: nichts ist geregelt und K2 braucht das Geld. 

Ihr macht jetzt als erstes einen gemeinsamen Termin beim Notar in LL um das Erbe bzw. Die Auszahlung von K2 zu regeln. Am besten gleich nächste Woche. 

Wir müssten auch noch euer Haus bewerten lassen. 

CU
K1

Gutachterausschuss des Landratsamts

Wie bereits angekündigt habe ich den Gutachterausschuss des Landratsamts Landsberg um eine weiteres Gutachten gebeten.

Das Gutachten wird dabei von einem von der Industrie- und Handelskammer öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständiger für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken erstellt und von zwei weiteren Mitarbeitern des Landratsamts bestätigt bzw. unterschrieben.

Der Gutachter benötigt dazu aller Unterlagen zur Immobilie und einen Begehungstermin um sich einen Eindruck vom aktuellen Zustand der Immobilie zu verschaffen. Zur Wertermittlung erhalten die Geschäftsstellen der Gutachterausschüsse Kopien aller in ihrem Zuständigkeitsbereich abgeschlossenen Immobilienkaufverträge von den Notaren übersandt.

Links

 

Beratungstermin beim RA für Erb- und Schenkungsrecht

(30.10.17)

Neben der finanzielle Einschränkung, die mein Kinder in den nächsten Jahren erbringen müssen ist das schlimmere für mich die fehlende Akzeptanz der Ungleichbehandlung. Wenn meine Eltern sagen würden, wir konnten dir nur einen Bruchteil geben, weil …, könnte ich das Geschehene vielleicht mit der Zeit verarbeiten. Aber die Behauptung, beide Kinder (K1 und K2) hätten annähernd gleich viel bekommen macht das Geschehene nur schwer verdaubar.

Um so mehr freute es mich, dass sich meine Eltern bereit erklärten am 30.10.17 an einem gemeinsamen Gespräch bei Becker und Partner (Rechtsanwaltskanzlei) teilzunehmen. Ziel war nicht, einen Verstoß gegen Treu und Glauben zu diskutieren, ich möchte hier klar stellen, dass meine Eltern mit Ihrem Geld machen können, was Sie wollen. Auf diese Aussage legt ja K2 höchsten Wert. Ich möchte ergänzen, sie sollten dabei auch wissen, was sie tun.

Im Kern ging es bei dem Gespräch um die zentrale Aussage des Gutachtens von RA Schnarr „Zusammengefasst dürfen wir Ihnen also mitteilen, dass Ihre Tochter unter rechtlichen Gesichtspunkten in deutlich größerem Umfang begünstigt worden ist als Ihr Sohn“. Gemäß seiner Berechnung, basierend auf dem Gutachten des Geschäftspartners und Bekannten meiner Schwester, beträgt die Schenkung an mich maximal 165 T€. Der tatsächliche Wert ist nochmal deutlich niedriger. Mein Wunsch war es hier durch eine Beratung / Mediation zumindest Verständnis für die Fakten zu schaffen.

Der Anwalt ging mehrfach auf die Argumente meiner Eltern ein. Er versuchte Ihnen klar zu machen, dass auch wenn das Gutachten des Freundes von N. (aus dem Jahr 2016) zu niedrig ist und das Haus  mehr Wert als dort Ausgewiesen wäre (also z.B. 450 oder  500 T€ statt 416 T€). Der Schenkungsbetrag an mich abzüglich Wohnrecht, abzüglich der von mir geleisteten 120 T€ die 200 T€ Grenze nie überschreiten kann. Auch das Thema Schenkung an meine Schwester ohne Notar und ohne Rechtsberatung wurde kritisch hinterfragt.

Mir wurde jedoch schnell klar, dass es meine Mutter als Affront sah das mein Anwalt versuchte ihr zu erzählen, was einen fairen Ausgleich ausmacht. Immerhin wurde sie ja scheinbar in der Vergangenheit gut informiert, was die Aufteilung des Erbes zwischen K1 und K2 angeht. Leider nicht von einem Anwalt.

Herr Schnarr hatte so keine Chance meinen Eltern auch nur ansatzweise zu erklären was die Fakten sind. Sie waren nach wie vor fest der Überzeugung das es eine faire 50:50 Teilungen gab. Meine Mutter wiederholte mehrmals gegenüber Herrn Schnarr, der Marktwert ihres Hauses sei 600-700T€. Damit wäre die Wertminderung durch das Wohnrecht locker abgefedert.

Nach ca. 40 Minuten fing mein Vater plötzlich an zu schreien, ob ich denn kein Verständnis für ihn hätte. Immerhin sei es ihm auch nicht leicht gefallen nach so vielen Jahren die Wohnung zu verkaufen. Schließlich hat er jetzt ja kein Geld und keine Mieteinnahme mehr. Ich war in diesem Moment so perplex, das ich gar nicht wusste wie ich reagieren soll. Wie innerlich zerrissen mein Vater tatsächlich die ganze Zeit war, erkannte ich erst, als er ca. zwei Monate später einen Herzinfarkt erlitt.

Wir haben dann nach 45 ergebnislosen Minuten das Gespräch und den Kontakt abgebrochen.

Herr Schnarr empfahl, da laut meiner Mutter scheinbar alle bisherigen Gutachten falsch waren, den Gutachterausschuss des Landratsamtes Landsberg einzuschalten. Also im Prinzip genau dass, um das ich meine Schwester schon vor einem Jahr gebeten habe. Ich werde das auch tun, um in einem weiteren aktuellen neutralen Gutachten die Höhe des Schenkungsbetrages an mich bestimmen zu lassen. Zumindest ich selbst habe dann abschließende Gewissheit.

Letztlich ist es Spekulation warum dem so war, aber bei mir Entstand der Eindruck, dass meine Eltern weder meinen Argumenten noch den Argumenten eines Fachanwalts für Erbrecht zugänglich waren.

Das ganz in Kürze

  • Das Gespräch brachte keine gemeinsame Sichtweise
  • Mein Vater beschwert sich, dass sein Geld weg ist und er keine Mieteinnahmen mehr hat
  • Zwei Monate später erleidete er einen Herzinfarkt
  • Ich tilge jeden Monat 500 €

Links