Die Manipulation geht weiter.

Wie ich schon vor einiger Zeit geschrieben habe, bezeichne ich das Verhältnis zwischen mir und meinem Vater als gut. Insbesondere mein Sohn freut sich jedes mal auf seinen Opa. Wir haben es geschafft uns ca. einmal pro Monat zu sehen. Die Vergangenheit war dabei nie ein Thema. Bis auf meinen letzten Besuch am 16.02.20. Scheinbar hat meine Schwester mitbekommen, dass wir uns gut verstehen.

Jedenfalls zeigte mir mein Vater am vergangenen Sonntag ein Inserat für ein dreistöckiges Massivhauses. Der Käufer hat das Haus für 700.000 Euro (2020) als Wunschpreis angesetzt. Das Haus ist aber nicht vergleichbar mit dem einfachen Fertighausbungalow in dem meine Eltern leben.

Ich fragte Ihn, warum er mir das zeigt und was er mit dem Ausdruck erreichen will. Er sagte ja schau unser Schenkung an Dich ist ja mindestens auch 700.000 Euro Wert. Und das obwohl er vor über zwei Jahren als er die offiziellen Gutachten des LRA Landsbergs bekam selbst gesagt hat „ja da bist du wohl enterbt worden“.

Das überraschende war, dass meine Eltern weder über einen funktionierenden Drucker verfügen, noch mein Vater in der Lage wäre irgendwelche Immobilienangebote aus dem Internet zu fischen und dann zu Papier zu bringen. Also fragte ich nach, von wem er denn den Ausdruck hat. Ich musste schon tief bohren, bis er damit rausrückte, dass meine Schwester die Unterlagen ausgedruckt hat.

Waren die vergangenen Besuche bei meinem Vater mit schönen und positiven Gefühlen verbunden, hat mich hat das an diesem Wochenende Erlebte wieder emotional massiv durchgeschüttelt. Man denkt man hat irgendwie eine Regelung gefunden, sich einigermaßen mit den Lügen und dem vergangenen Unrecht arrangiert und dann so was.

Ich weiß nicht wie ein anständig denkender Mensch auf die Idee kommen kann, meinem 77-jährigen Vater einen völliger irreführenden Ausdruck in die Hand zudrücken.

Der Äpfel mit Birnen Vergleich um meinen Vater zu verwirren

Mit Immobilienpreisen die

  1. Über drei Jahre auseinander liegen.
  2. Ein dreistöckiges Massivhaus mit einem Fertighausbungalow vergleichen.
  3. In einem Fall der Schenkung an mich eine massive Wertminderung aufgrund eines lebenslangen Wohnrechts beinhalten und im anderen Fall nicht.

Meine Schlussfolgerung

Meine Schwester kann es nicht lassen, ihre Sicht der Dinge durchzudrücken. Ich kann nur vermuten, was sie damit bezweckt. Aber dass Sie im Gegensatz zu mir jetzt dank der fast 400.000€ meiner Eltern mietfrei wohnt scheint noch nicht genug zu sein.

In den letzten Jahren haben viele Freunde und Verwandte mir ihr Herz ausgeschüttet was meine Schwester angeht. Insbesondere auch was das Erbe meiner Oma betrifft war ich schockiert. Ich nehme es vorweg auch hier ist Geld verschwunden. Eigentlich bin ich der Meinung das gehört nicht hier hin. Aber aufgrund des letzten Sonntags werde ich mich daran machen, einen Blogeintrag über das Meinungsbild der Freunde meiner Eltern zu den Geschehnissen zu erstellen.

Weitere Dokumente

Um den Wert der Schenkung an meine Schwester und mich zu ermitteln wurden zum Zeitpunkt der Schenkung drei Gutachten angefertigt (eines im Auftrag meiner Eltern, eines in meinem Auftrag und eines vom Gutachterausschuss der LRA Landsberg). Alle drei Gutachten kamen zum selben Ergebnis (Gutachten siehe Linkliste unten, bzw. ältere Blogeinträge).

Wohnrecht auf Lebenszeit Vor- und Nachteile

Früher kam ein lebenslanges Wohnrecht vor allem in Verbindung mit einer Schenkung vor. So sichern sich Eltern beispielsweise ein lebenslanges Wohnrecht (Wohnungsrecht im § 1093 BGB) für ihre Immobilie, wenn sie diese zu Lebzeiten auf ihre Kinder überschreiben, aber dennoch weiter bewohnen möchten. Durch die massive Wertminderung durch das lebenslange Wohnrecht ist der Schenkungsbetrag deutliche geringere (meist 50%) des Betrages im Erbfall und man kann dadurch geschickt die Schenkungs- bzw. Erbschaftsteuer umgehen.

Warum im normalerweise eine Schenkung mit Wohnrecht keinen Sinn macht

Allerdings gilt in Deutschland ein Freibetrag bei der Erbschaft von 400.000 Euro. Wohlgemerkt pro Erbfall. Der Erbfall tritt bei Tod des ersten Elternteils und bei Tod des zweiten Elternteils ein. D.h. als Kind hat man was das Erbe der Eltern angeht zweimal 400.000 Euro Steuerfrei. eine Summe die wohl bei 95% der Deutschen ausreicht.

Bleibt man unter diesem Betrag macht eine Schenkung mit lebenslangem Wohnrecht eigentlich keinen Sinn, da es für den Beschenkten mit diversen Nachteilen verbunden ist. Haftung für Immobilie, oder für Schäden die Dritten durch unsachgemäße Nutzung der Immobilie entstehen, Risiko der Wertminderung (bei Strukturschwachen Regionen), Verfall der Immobilie, Mögliche Kosten der Gemeinde. Je nach Ausgestaltung des Notarvertrags kann noch eine Reihe weitere Nachteile dazukommen.

Wann macht es bei Erbe unter 800.000 Euro doch Sinn (Schutz vor Erbschleichern)

Eine Ausnahme warum es dennoch Sinn machen kann eine Immobilie mit Wohnrecht auf Lebenszeit zu übertragen, ist wenn die Gefahr besteht dass Erbschleicher im Hintergrund agieren oder es absehbar ist, dass bereits beschenkte Geschwister in Zukunft noch weitere Vermögensforderungen an die (gutgläubigen) Eltern stellen. Durch eine Schenkung mit Wohnrecht kann man einen Teil des Erbes dem Markt der Erbschleicher entziehen.

Lebenslanges Wohnrecht an Dritte veräußern

Innerhalb einer Familie erfolg der Übertrag einer Immobilie mit Wohnrecht auf Lebenszeit i.d.R. in Form einer Schenkung. In letzter Zeit findet man aber auch vermehrt Angebote in dein einschlägigen Immbilienportalen, bei denen die Inhaber ihre Immobilie mit Wohnrecht an dritte Veräußern wollen. Eine Gute Sache für die Immobilieninhaber, wenn man sich z.B. in der Rente vom geschaffenen Vermögen etwas gönnen möchte, aber nicht aus der Immobilie ausziehen will (Reisen, neues Auto, Neue Möbel, Ferienwohnung etc.). Man entgeht dadurch jeglichem Risiko des Mietmarktes.

Vorteile und Risiken des Käufers

Wenn man sich dabei z.B. auf die Zahlung eines angemessenen Mietzinses einigt kann für den Käufer daraus sogar ein Steuersparmodell entstehen. Richtlinie sind hier, das mindestens 2/3 der ortsüblichen Vergleichsmiete verlangt werden muss. Geht man darunter, kann es passieren, dass das Finanzamt nicht mitspielt, weil keine Gewinnerzielungsabsicht erkennbar ist. Ohne Mietzins muss der Käufer genau kalkulieren, ob sich das Investment trotz der Niedrigzinsen für ihn rentiert. Da man nie weiß, wie lange ein lebenslanges kostenloses Wohnrecht besteht handelt es sich dabei genau betrachtet um eine Art Glücksspiel, von welchem ich jeder Privatperson abraten möchte. Hinzu kommen Risiken aus Pflichten eines Immobilieninhabers (siehe oben). Daher machen derartige Investments IMHO nur für Investoren oder Unternehmen Sinn, die bei diesem Glücksspiele eine breite Streuung durch viele Investments erreichen.

Vom lebenslangen Wohnrecht ist das lebenslange Nießbrauchrecht zu unterscheiden. Bei diesem sichern sich die Inhaber des Nießbrauchs das Recht zu jeglichen Ertrag aus der Immobilie selbst zu erzielen. D.h. die Nießbrauchinhaber kann z.B. auch ausziehen, die Immobilie vermieten und die Einkünfte aus Vermietung selbst behalten. Von letzterem kann ich jedem Käufer nur abraten. Da völlig unvorhersehbar ist was die Eigentümer vor haben oder was passiert wenn die Eigentümer z.B. im Alter unter eine Vormundschaft gestellt werden.

 Wie sicher ist das lebenslange Wohnrecht (Grundbucheintrag)?

Egal ob Nießbrauch oder Wohnrecht, beides muss in Deutschland zwingend durch einen Notar im Grundbuch verankert werden.
Wird Die Immobilie jedoch verkauft, ist in der Regel eine Finanzierung notwendig. Bei einem Immobilien Kredit benötigt eine Bank als Sicherheit ebenfalls einen Grundbuch Eintrag. Für die Bank ist die Sicherheit jedoch nicht viel Wert, wenn auf dem Grundstück noch ein Wohnrecht eingetragen ist. Denn die Bank kann dann nicht ohne Weiteres die Zwangsvollstreckung betreiben.

Die Banken verlangen daher, dass der Käufer mit dem Wohnrechtsinhaber einen sogenannten Rangrücktritt vereinbart. Ein Rangrücktritt hat für den Inhaber des Wohnrechts zur Folge, dass sein lebenslanges Wohnrecht gefährdet ist. Stellt der Käufer die Tilgung des Darlehens ein, wird die Bank das Grundstück zwangsversteigern. Der Berechtigte des Wohnrechts muss dann aus der Immobilie ausziehen. Sein Wohnrecht ist dann also nichts mehr wert, er verliert seine Wohnung.

Das ist ein weitere Grund, warum es innerhalb einer Familie keinen Sinn macht einem Kind eine Immobilie mit Lebenslangem Wohnrecht „zur verkaufen“. Insbesondere wenn das Kind dazu einen Kredit aufnehmen muss.

Anhänge

Schweizer Vereinigung gegen Erbschleicherei

Am 09.10.19 bekam ich Post von Herrn Boller von Der Schweizer Vereinigung gegen Erbschleicherei. Er wurde auf meinen kleinen Blog aufmerksam. Über einen kleinen Verlag buchtaube.ch unterstützt er Betroffene bei der Aufarbeitung ihrer Erbschaftsgeschichte. Nach dem Motto:

„Schreiben heisst,
sich mit Themen auseinandersetzen,
die einem ernsthaft beschäftigen.“
(Tim Parks)

Sowei mich mit einem ganzen Buch dem Thema zu widmen bin ich heute noch nicht. Auch wenn meine Erberfahrung wohl eher zu den Abenteuerlichen gehört. Herr Boller schenkte mir aber ein Exemplar seines Buches „Erbschleicherei – Untersuchung möglicher Tatmuster“. Dabei geht es um die These, dass wenn Erbschleicherei ein strukturiertes Verhalten aufweist, sie auch retrospektive nachweisbar (und präventiv unterbindbar) sein müsste.

Auf knappen 30 Seiten wird (in deutsch und englisch) auf das dahinterliegende Modell und mögliche Verbesserungen in der Gesetzgebung eingegangen.

Mein nächstes Buch wird wohl „Erbschleicher und sonstige Verwandte
(ISBN: 978-3-935246-16-1) werden.

Ganz nebenbei weiß ich nun auch, das der englische Fachbegriff für Erbschleicherei „Inheritance and Will Fraud“ lautet.

Links

Warum ändert sich nichts?

Es ist nun schon einige Zeit her, dass meine Familie in ihr Unglück stürzte, da wollte ich mich mit einer kleinen Rückschau zu Wort melden.

Es gab mittlerweile viele Gespräche und Gutachten.

Es wurden mittlerweile drei Gutachten erstellt. Alle drei kamen zu dem Schluss, dass je nach Berechnung meine Schwester 160.000 bis 240.000 Euro mehr erhalten hat als ich. Es gab mehrere Gespräche mit Anwälten, Immobilienmaklern und Freunden. Alle sind der Meinung, dass etwas komplett schief gegangen ist. Die Aussagen werde ich in einem späteren Blogeintrag veröffentlichen.

Nun könnte man meinen, wenn die Fakten so klar auf dem Tisch liegen, kann es endlich zu einer Aussprache kommen. Aber irgendwie geht es nicht weiter…

Die Sache mit meinem Vater

Durch ein Gespräch mit dem besten Freund meines Vaters hat sich das Verhältnis zwischen uns beiden normalisiert. Er hat, mir glaubhaft geschildert, in welchen Druck mein Vater durch mein Schwester und meine Mutter gerät, sobald er versucht für Gerechigkeit und Fairness zu kämpfen. Mein Vater ist 74 und bekam, kurz nachdem er das Ausmaß der Schenkung erkannte und von der Affäre meiner Mutter erfuhr, einen Herzinfarkt. Darum versuche ich ihn von der Geschichte fern zu halten.

Die Sache mit meiner Mutter

Meine Mutter erzählt meist, es wäre alle fair abgelaufen und jedes Kind hat wie besprochen gleich viel bekommen. Wenn man sie auf die Gutachten hinweist, ändert sie ihre Argumentation und behauptet, ich wäre mit allem einverstanden gewesen. Was beides nichts mit der Realität zu tun hat (Im Blogeintrag wie alles begann inklusive Beweise nachzulesen).

Ich habe mittlerweile viel im Freundes- und Verwandschaftskreis meiner Mutter gesprochen. Alle finden unfassbar was ablief und spiegeln auch meiner Mutter wieder, wie ungerecht das Erbe aufgeteilt wurde. Die Frage ist, warum glaubt meine Mutter ihren besten Freunden nicht, warum glaubt Sie ihrer Schwester nicht, warum glaubt Sie den drei Gutachtern nicht, warum glaubt sie ihrem Sohn nicht? Nun muss ich etwas spekulieren, aber es muss neben meiner Schwester noch eine weitere Person zu geben, die verhindert, dass es zu einer Annäherung kommt. Diese Person bestärkt meine Mutter in der Lügenwelt meiner Schwester zu bleiben. Ich bin mir sicher, diese Person kann nur ihr Liebhaber sein.

Die Sache mit dem Liebhaber meiner Mutter

Ich habe ihn leider nur einmal bisher getroffen – und das auch nur per Zufall, da Herr Roth mich zunächst nicht in seine Wohnung zu einer Aussprache lassen wollte. Ein Nachbar hat mich dann in das Mehrfamilienhaus gelassen. Als ich dann bittend vor seiner Wohnungstür stand, hat er mich doch reingelassen. Ein augenscheinlich sehr netter Mensch, der aber auch nicht so genau versteht was es mit einem lebenslangen Wohnrecht auf sich hat, und was der Unterschied zwischen einer Immobilie mit und einer Immobilie ohne Wohnrecht ist. Bei dem Gespräch kam auch heraus, dass er von meiner Schwester getäuscht wurde, er ging als er meiner Mutter und Schwester die 100.000 Euro heimlich lieh, davon aus, dass ich mit der Schenkung einverstanden war. Er sagte, er wollte mit seinem „Überbrückungskredit“ nur helfen. Jedenfalls hatte ich ihn bei meinem Besuch gebeten sich die Gutachten anzusehen und sich ein eigenes Bild zu machen. Mittlerweile weiß ich auch, dass er ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Schwester pflegt. Ich gehe davon aus, dass er nach wie vor meine Mutter darin bestärkt, dass alles fair und korrekt ablief und damit als einziger die Schenkung an meine Schwester bei meiner Mutter verteidigt.

Die Sache mit meiner Schwester

Die lasse ich hier außen vor. Sie hat mit 45 Jahren ausgesorgt. Abbezahltes Haus für 550.000 Euro. Unterhalt von zwei extrem gut verdienenden Kindsvätern. Der eine ist vermutlich Millionärserbe (Betrieb in Landsberg).

Die Sache mit mir selbst

Ich selbst – Das Emotionale

Ich bin vollig ratlos, wie es zwischen mir und meiner Mutter weitergehen soll. Ihr Liebhaber und meine Schwester bestärken Sie weiterhin an den Lügen festzuhalten. Soll ich die Lügen akzeptieren und sagen, stimmt es war alles fair ich war einverstanden mit allem? Oder soll ich weiter wie es mir der Beste Freund meines Vaters geraten hat den Kontakt zu meiner Mutter abbrechen?

Ich selbst – Das Faktische

Ich zahle nach wie vor den Kredit (120.000 Euro) für den Hauskauf meiner Schwester ab und wohne in Miete und werde mir deshalb nie ein Eigenheim für mich und meine Kinder leisten können. Im schlimmsten Fall muss ich auch noch für die Pflegekosten meiner Mutter aufkommen, die ihre Altersvorsorge an ihre Tochter verschenkt hat.

Das Ergebnis aus dem Vermittlungsversuch des Fachmaklers für Erbschaftsimmobilien

Nach dem 18.01.19 fanden noch diverse Gespräche statt. Auch meine Schwester wurde einbezogen. Am 28.02.19 erhielt ich dann ohne Vorwarnung (Telefonat, Rückfrage oder ähnliches) folgenden Brief von dem Fachmakler für Erbschaftsimmobilien.

Was ich nicht verstehe, warum diese Mail an meine Schwester und mich adressiert war, aber nicht an meine Eltern. Für mich war wieder erschreckend zu erkennen, wie nachdem meine Schwester involviert wurde, alle Vorgespräche nichts mehr Wert waren und jeglicher Einigungswille im Klo heruntergespült wurde.

Meine Freunde sagen das wäre klar. Es gibt nur eine Person die massiv von dem Streit zwischen mir und meinen Eltern profitiert, und diese Person hat scheinbar keinerlei Interesse an einer Versöhnung.

Der erneute Versuch meines Vaters etwas Fairness herzustellen.

Zum Jahreswechsel 2018/2019 gab ich mich mit dem besten Freund meines Vaters und meiner Tante (die Schwester meiner Mutter) unterhalten. Sie konnten sich nicht erklären, wie es zu so einer unfairen Aufteilung kommen konnte. Insbesondere da meine Mutter immer wieder unter Zeugen sagte das Erbe solle 50:50 aufgeteilt werden.

Durch Vermittlung mit meiner Tante kam es dann tatsächlich zu einer vorläufigen Einigung mit meiner Vater, und dem Willen nach einer fairen Lösung zu suchen. Welche wir in einer gemeinsamen Absichtserklärung niedergeschrieben und zu dritt (Tante, Vater und ich) unterschrieben haben.

Mir war es aber wichtig, das wir neben den in der Absichtserklärung identifizierten Lösungsalternativen (die eine Zusätzliche finanzielle Belastung meiner Eltern bedeutet hätten) noch weitere Lösungsalternativen besprechen. Dazu brauchten wir aber professionelle Hilfe.

Meine Vater und ich wollten deshalb eine dritte fachkundige Person einschalten. Ich fragte meinen Vater ob wir meinen Cousin (Immobilienmakler) dazu nehmen sollten. Das fand er keine so gute Idee, da meine Mutter vermuten würde mein Cousin ist parteiisch. Also nahm ich den Immobilienmakler und Fachmakler für Erbrecht dazu, der auch die erste Marktpreisschätzung vom Haus meiner Eltern durchgeführt hat (allerdings ohne Berücksichtigung der Wertminderung durch Wohnrecht).

Gespräch mit Eltern und Fachmakler für Erbrecht am 11.01.19

Meine Mutter sagte zu dem Fachmakler, mein Sohn fühlt sich benachteiligt und sie wollte immer, dass beide Kinder den gleichen Anteil bekommen.

Der Fachmakler stellte daraufhin die Frage in den Raum, ob meine Schwester denn dann bereit sei das zu viel erhaltene Geld (50.000‐80.000 Euro) an mich zurückzuzahlen.

Diese Frage konnte aber keiner bejahen. Der Fachmakler ließ erkennen, dass er über die schlechte Stimmung zwischen den Geschwistern
informiert ist und erläutert, dass ein Verkauf seiner Erfahrung nach meistens zu einer Befriedung der familiären Verhältnisse führt. Der Verkauf schafft Fakten, meist wird dadurch der Streit beigesetzt,
schließlich sind es ja Geschwister.

Während dieses Termins erläuterte der Fachmakler noch verschieden Modell wie so eine Verkauf aussehen könnte. Diese Vorschläger hat der Fachmakler in einem zweiten Termin am 18.01.19 vertieft. Dabei gab es viele interessante Varianten, die ich ggf. in einem eigenen Beitrag aufführen werde.

Mein Vater sagte er sei prinzipiell damit einverstanden, länger als 1-2 Jahr wollte er eh nich mehr in dem Haus bleiben. Wie er schon beim Gespräch bei meiner Tante deutlich gemacht hat, ist ihm nichts so wichtig wie eine faire Lösung. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass meine Schwester das zu viel erhaltene Geld zurückzahlt eher gering. Also blieb um die von meiner Mutter mehrfach gewünschte 50:50 Aufteilung (annähernd) zu erreichen nur der Verkauf.

Das ganz in Kürze

  • Meine Vater will eine faire Lösung (siehe Absichtserklärung)
  • Meine Mutter wollte immer eine 50:50-Aufteilung (siehe Gesprächsprotokoll unten)
  • Der Fachanwalt für Immobilienrecht sagte zu meiner Mutter in diesem (50:50) Fall muss mir meine Schwester 50.000-80.000 Euro zurück zahlen
  • Ich war bereit beim Verkauf auf eine Gleichverteilung zu verzichten, um den Frieden zwischen mir und meiner Mutter wieder herzustellen.
  • Doch nachdem meine Schwester von den Gesprächen erfuhr kam alles anders. Alle Vorschläge wurden abgelehnt. Eine Versöhnung war nicht mehr gewünscht. Details dazu im nächsten Beitrag.

Links

Absichtserklärung von mir und meinem Vater um für etwas Fairness zu sorgen.

Gesprächsprotokoll vom 11.01.19

Fairness Rätsel

Viele Menschen haben in intuitives Gefühl für Fairness. Häufig lässt uns dieses Gefühl jedoch im Stich und wir bevorzugen eine Person. Hier ein kleines Rätsel. Schafft ihr es ein faire Aufteilung zu erreichen? Fair soll hier heißen, jeder bekommt „wertmäßig“ das Gleiche.

3 Personen feiern eine Weihnachtsparty.

  • Person A bringt 5 Plätzchen.
  • Person B bringt 3 Plätzchen.
  • Person C war es in der Vorweihnachtszeit zu stressig . Sie bringt 8 Euro.

Alle drei Personen A, B und C möchten eine faire Aufteilung erreichen.

  • Sie möchten die Plätzchen so aufteilen, dass jeder die gleiche Menge bekommt.
  • Nach dem Plätzchenessen möchte Person C seine 8 Euro fair zwischen A und B aufteilen.

Wieviel muss Person C für eine faire Aufteilung an A und B zahlen?

Für die Lösung nach unten Scrollen.

Person A bekommt 5 Euro und Person B bekommt 3 Euro? Das wäre ja naheliegend, denn jedes Plätzchen würde dann 1 € kosten, und wir haben welch Zufall genau 8 Euro.

Aber das ist nicht die faire Aufteilung. Das wäre „bezahlen“, wenn C in ein Geschäft geht und 8 Plätzchen kauft um Sie alleine zu Essen.

Aber hier geht es nicht um kaufen, es geht um teilen. Die faire Aufteilung ist Person A bekommt 1 Euro und Person B bekommt 7 Euro. Doch warum ist das so?

Ersichtlich wird es, wenn wir jedes Plätzchen in drei Stücke brechen und diese aufteilen. Das gibt insgesamt 24 Plätzchen-Stücke.

Nun teilen wir diese Stücke auf, dass jeder 24/3 = 8 Stücke bekommt. Wir sehen nun, dass Person A 7 Stücke an C gibt und Person B lediglich 1 Stück an C gibt.

In Summe erhält Person C also 8 Stücke (was 2 ganzen und einem 2/3 Plätzchen entspricht). Dementsprechend sollte Person C seine 8 Euro wie folgt aufteilen.

  • 7 Euro an Person A
  • 1 Euro an Person B

Solltet ihr das Rätsel korrekt gelöst haben Respekt. In jedem Fall zeigt es jedoch, dass die Welt nicht immer so einfach ist wie man auf den ersten Blick glauben mag. Wenn wir nun zum Thema Schenkungen oder Erben kommen, das ja noch viel komplexer als unser einfaches Plätzchenbeispiel ist erkannt man, dass man unbedingt einen Spezialisten (z.B. Fachanwalt für Erbrecht) zu Rate ziehen sollte um auch im echten Leben einen fairen Ausgleich zu erreichen.

Insbesondere wenn noch so komplexe Dinge wie Wohnrecht etc. im Spiel sind. Mit Beratung durch einen Fachanwalt wäre meine Familie nicht zerbrochen.

Fairness und Gerechtigkeit

Ich habe mich in den letzte beiden Jahren viel im Freundeskreis über das Thema erben ausgetauscht. Es gibt hier auch viel positives zu Berichten. Auf diesem Eintrag möchte ich mit der Zeit ein paar gute Beispiele sammeln.

Ein Positives Beispiel

Ein positives Beispiel, das mich hier besonders berührt hat war bei einem Freund, dessen Schwester finanziell deutlich schlechter gestellt war als er. Er sagt sein Eltern waren immer fair und haben jedem Kind das gleiche gegeben. Besonders herausstechend war das folgende Beispiel. Die Eltern haben ihrer Tochter ein Auto finanziert, da die Tochter es sich selbst nicht leisten konnte. Über die gesamte Finanzierungsdauer überwiesen die Eltern exakt den gleichen Betrag auch ihrem Sohn. Obwohl dieser weder das Geld brauchte noch danach gefragt hatte. Das ist nun einige Jahre her. Die Leser können sich selbst überlegen, wie es aktuell um das Zusammenleben und Miteinander in dieser Familie bestellt ist.

Das Gutachten des LRA zur Schenkung

Ende März erhielt ich das vollständige Verkehrswertgutachten des Gutachterausschusses des LRA Landsberg. Wertermittlungsstichtag war der 03.01.2018.

Definition des Verkehrswerts (§ 194 BauGB)
„Der Verkehrswert (Marktwert) wird durch den Preis bestimmt, der in
dem Zeitpunkt, auf den sich die Ermittlung bezieht, im gewöhnlichen
Geschäftsverkehr nach den rechtlichen Gegebenheiten und tatsächlichen Eigenschaften, der sonstigen Beschaffenheit und der Lage des Grundstücks oder des sonstigen Gegenstands der Wertermittlung ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse zu erzielen wäre.“


Sachwert (mit Berücksichtigung des Wohnrechts) 243.969 €

Abzüglich der 120T€ die ich als Ausgleichszahlung für meine Schwester geleistet habe bleiben ca. 124 T€ für K1 . Die Kosten, die ich (K1) für Gutachten, Notar und Kredit hatte sind hier natürlich nicht eingerechnet.

D.h. K2 hat den vierfachen Betrag wie K1 enthalten, was vor dem Gesetz einer Enterbung entspricht.

Selbst wenn das Haus sofort an mich fallen würde, bzw. das Wohnrecht außen vor wäre, hat K2 ungefähr doppelt soviel erhalten wie K1.

Das einzig Gute, mein Vater hat bei unserem letzten Treffen endlich, das Wort „Enterbung“ in den Mund genommen. Was für mich bedeutet, dass er jetzt zumindest meine Situation versteht.

Gespräch mit meinem Vater am 15.04.18

Am 15.04.18 war ich nach langer Zeit mal wieder bei meinem Vater. Mich beschäftigten diverse Gefühle bei der Anfahrt. „Was wussten meine Eltern, haben sie mich mit Absicht enterbt, oder waren Sie nur falsch Informiert?“

Meine Vater bekräftigte bei dem Besuch erneut, dass sein Haus mindestens 600T€ Wert sei. Dann sagte mein Vater, Dagmar (eine Bekannte meiner Eltern) hätte für ihr Haus 750 T€ bekommen (das Haus wurde auch 2017 verkauft war allerdings eine deutlich jüngeres Massivhaus mit doppelter Geschossfläche). Bei Nachfragen hörte ich allerdings heraus, dass er die 750T€ nicht von Dagmar hatte (der Betrag stimmt auch nicht).

Ich habe ihn dann nochmal gefragt, ob er es nicht komisch fand, dass K2, welches sich von einem Immobilienmakler beraten lies nicht wusste, dass man das Wohnrecht in die Schenkung einrechnen muss. Er sagte nur anders herum hätte er das Wohnrecht auch nicht eingerechnet, wobei ich das andersrum nicht verstanden habe: K2 hätte mir nie 120T€ gezahlt, zugelassen dass ich zusätzlich noch 230T€ von meinen Eltern geschenkt bekomme und wäre in ihrer Wohnung geblieben. Ich wäre auch nie auf die absurde Idee gekommen etwas derartig ungerechtes zu fordern.

Mein Vater fragte mich daraufhin, was meiner Meinung nach sein Haus Wert sei, daraufhin sagt ich „na das was im Gutachten vom Immobilienmakler von K2 drin steht.“ Dann hätte man aber trotzdem vor der Schenk an K2 zu einem Anwalt oder Notar gehen müssen und der hätte dann noch das Wohnrecht vom Marktwert des Gutachtens abgezogen. Ich bin mir auch sicher, dass der Immobilienmakler von K2 das wusste. Mein Vater entgegnete, er ist sich sicher, dass das Gutachten des Gutacherausschusses des LRA höher ausgefallen ist, als das Gutachten des Immobilienmaklers von K2.

Dann kam die Aussage von meinem Vater, ich hätte K2 einfach unterschätzt, weil es Kohle hatte ohne Ende. Ich wies ihn nochmal draufhin, dass die 120T€ von mir kamen und 230T€ von meinen Eltern.

Bei dieser Gelegenheit fragte ich, warum ich 120T€ zahlen musste – er sagte „Ich weiß nicht wie das gerechnet ist; doch die [er  meinte K2 und meine Mutter] haben den Wert vom Haus und der Wohnung zusammengezählt und durch zwei geteilt oder irgend so einen scheiß“. Das zeigte mir erneut, dass mein Vater nicht die Ursache meiner Enterbung war.

Ich fragte meinen Vater dann, ab welchem Wert ich konkret von einer Enterbung sprechen darf. Er sagt „25%, also wenn ich weniger als 150 oder 200 T€ laut Gutachterausschuss“ bekommen hätte, dann wäre es für ihn eine Enterbung.

Ich zeigte ihm das echte Gutachten des Gutachterausschusses des LRA Landsberg, dann herrschte betroffene Stille.

Das zeigt mir, mein Vater wollte mich nie enterben, er kannte schlicht nicht die Wahrheit.

Ich hoffe mein Vater kann eines Tages das Geschehene und meinen damit verbundenen Schmerz akzeptieren.